Während seines Firmenbesuchs bei einem der größten Baubetriebe der Region erkundigte sich Joachim Günther, welche Auswirkungen der Konjunkturpakete I und II vor Ort zu spüren sind. Befindet sich die Baubranche noch immer in der Krise?
Die in letzter Zeit gesunkenen Bitumen- und Dieselpreise haben für wirtschaftliche Entspannung beim VSTR gesorgt. "Wir geben pro Jahr allein 2,5 Millionen Euro für Kraftstoff aus. Im vierten Quartal konnten wir auf Grund gefallener Preise dort allein 100.000 Euro einsparen." Rund 85 Prozent aller Aufträge an den VSTR kommen von öffentlicher Seite. Der kleinere Teil von Privat und der Industrie. "Wir merken schon, dass die Industrie während der Krise auf der Bremse steht. Dort heißt es, erst mal abwarten", so Franz Voigt.
Der VSTR versteht sich als mittelständisches Unternehmen und hat sich seit einiger Zeit von seinen Auslandsbaustellen in Ungarn, Tschechien und Polen sowie einem Projekt in Afrika verabschiedet, um noch mehr im sächsischen Raum, aber auch in Thüringen und Sachsen-Anhalt präsent sein zu können. So wird der VSTR beispielsweise in den nächsten Tagen den Bau an der Jocketaer Eisenbahnbrücke beenden - weitere größere Aufträge im Vogtland sind derzeit der Anbau an das Klinikum Obergöltzsch sowie der Turnhallenbau in Treuen.
Während die FDP den generellen gesetzlichen Mindestlohn ablehnt, weil sie befürchtet, dass dieser zu einer weiteren Verlegung von Arbeitsplätzen ins Ausland und zu mehr Schwarzarbeit führt, begrüßt der VSTR-Geschäftsführer diesen - zumindest für die Baubranche. "9,25 Euro Stundenlohn selbst für eine Hilfskraft, das ist nicht schlecht", so Voigt, der während der Bauhauptsaison auf über 500 fest und befristet angestellte sowie Leih-Arbeitskräfte zurückgreift. (29. Juni 2009)