Joachim Günther Betriebsbesuche

Was ist vor Ort zu spüren von der Bau-Krise?

Während seines Firmenbesuchs bei einem der größten Baubetriebe der Region erkundigte sich Joachim Günther, welche Auswirkungen der Konjunkturpakete I und II vor Ort zu spüren sind. Befindet sich die Baubranche noch immer in der Krise?

Profitieren einheimische Bauunternehmen von Aufträgen über die Konjunkturprogramme I und II? Diese Frage stellte der FDP-Bundestagsabgeordnete Joachim Günther, als er zusammen mit dem FDP-Landtagskandidaten Martin Treeck einem der größten vogtländischen Baubetriebe einen Besuch abstattete.

Vor Ort spüre man von einer Auftragsschwemme auf Grund der Konjunkturprogramme noch nichts, entgegnete Franz Voigt, Geschäftsführer der Vogtländischen Straßen-, Tief- und Rohrleitungsbau GmbH Rodewisch. Das könnte daran liegen, dass sich einige Straßenbaugroßprojekte aus dem ersten Programm - wie in Hundshübel, Waldenburg oder Gößnitz - noch in der Ausschreibungsphase befinden, und die Aufträge aus dem II. programm weniger Tief- und Straßenbauarbeiten betreffen.

Was sich der VSTR-Geschäftsführer von der Politik wünscht, ist eine ausgewogenere Vergabepraxis übers Jahr verteilt. Vor Ort habe man den Eindruck, dass an manchen Stellen zu Beginn eines Jahres Fördergelder zurückgehalten werden würden, was zum Auftragsstau im zweiten Halbjahr führe. Einige Firmen, Baustofflieferanten und Spediteure könnten dieses Auftragsvolumen dann nur schwer bewältigen.

Die in letzter Zeit gesunkenen Bitumen- und Dieselpreise haben für wirtschaftliche Entspannung beim VSTR gesorgt. "Wir geben pro Jahr allein 2,5 Millionen Euro für Kraftstoff aus. Im vierten Quartal konnten wir auf Grund gefallener Preise dort allein 100.000 Euro einsparen." Rund 85 Prozent aller Aufträge an den VSTR kommen von öffentlicher Seite. Der kleinere Teil von Privat und der Industrie. "Wir merken schon, dass die Industrie während der Krise auf der Bremse steht. Dort heißt es, erst mal abwarten", so Franz Voigt.

Der VSTR versteht sich als mittelständisches Unternehmen und hat sich seit einiger Zeit von seinen Auslandsbaustellen in Ungarn, Tschechien und Polen sowie einem Projekt in Afrika verabschiedet, um noch mehr im sächsischen Raum, aber auch in  Thüringen und Sachsen-Anhalt präsent sein zu können. So wird der VSTR beispielsweise in den nächsten Tagen den Bau an der Jocketaer Eisenbahnbrücke beenden - weitere größere Aufträge im Vogtland sind derzeit der Anbau an das Klinikum Obergöltzsch sowie der Turnhallenbau in Treuen.

Während die FDP den generellen gesetzlichen Mindestlohn ablehnt, weil sie befürchtet, dass dieser zu einer weiteren Verlegung von Arbeitsplätzen ins Ausland und zu mehr  Schwarzarbeit führt, begrüßt der VSTR-Geschäftsführer diesen - zumindest für die Baubranche. "9,25 Euro Stundenlohn selbst für eine Hilfskraft, das ist nicht schlecht", so Voigt, der während der Bauhauptsaison auf über 500 fest und befristet angestellte sowie Leih-Arbeitskräfte zurückgreift. (29. Juni 2009)

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