Joachim Günther - Reden

Sportstättenförderung erneut thematisieren

Rede zum Sportbericht der Bundesregierung vom 5. Juni 2008

Sehr geehrter Herr Präsident,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Sportbericht der Bundesregierung gibt einen umfassenden Überblick über die Vielfältigkeit des gesamten Sports.

Jeder Redner kann auf Grund der Vielfalt nur einen kleinen Themenkreis herausgreifen. Ich möchte einige Bemerkungen zum Thema Doping und zu den Sportstätten machen.

Das Gesetz zur Verbesserung der Bekämpfung des Dopings im Sport hat einen langen Weg hinter sich, bei den sich die Koalition dann so toll geeignet hat, dass von den Ankündigungen fast nichts mehr übrig geblieben ist.
Deshalb wird es besonders spannend, wie das jetzige Gesetz umgesetzt wird und wie man vor allem Personen begegnet und wie man mit ihnen umgeht, die bereit sind über den Umgang mit Doping auszusagen.
Wie sieht die Praxis im Umgang mit Doping aus?
Der Bayerische Rundfunk hatte in seiner Sendung „Report - aus München“ Jörg Jaksche im Interview am 02.06.08.
Die Überschrift dieser Sendung sagt alles: „Alle lieben den Verrat, keiner liebt den Verräter“.
Jaksche machte reinen Tisch, sprach über flächendeckendes Doping und nannte Namen der Hintermänner. Er hatte damit einen Tabubruch begangen – er hatte die Mauer des Schweigens durchbrochen.
Lassen Sie mich ein Zitat von Jörg Jaksche vortragen:
„Es ist eine Zweitwelt, in der man lebt im Radsport, die komplett abgeschottet ist vom normalen Leben. Also, das heißt, man erzählt, man lügt den Journalisten, der Familie und so weiter eigentlich offenen Auges ins Gesicht und sagt: ´Nein, das ist alles im Radsport nicht so.` Natürlich ist das im Radsport so!“
Die dort genannten Rückfragen an sportliche Leiter anderer Mannschaften zeigen, dass es nach wie vor kein Interesse zur Aufklärung und zum Austrocknen des Dopingsumpfes gibt.
Deshalb sollten wir auch mit Blick auf die Olympiade vorsichtig sein, wenn es gilt, mit dem Dopingfinger vor allem auf gewisse aufsteigende Sportnationen zu zeigen.
Die internationale Zusammenarbeit muss auf jeden Fall deutlich erweitert und verbessert werden. Die finanzielle Grundlage zur Dopingbekämpfung muss auf ein völlig neues Niveau angehoben werden, wenn sie nicht technisch ständig hinter den Entwicklungen der Pharmaindustrie herhinken will.
Ich könnte mir vorstellen, 0,5% jedes Sponsorbeitrages sollte auch international zur Dopingbekämpfung genutzt werden.
Die NADA leistet bei uns eine gute Arbeit. Wir wollen sie auch weiterhin unterstützen.

Ein paar kurze Bemerkungen noch zum Thema Sportstätten in Deutschland.
Der DOSB hat schon vor 2-3 Jahren den Sanierungsbedarf bei Sportstätten aufgelistet – mit erschreckenden Zahlen. Bei rund 40 Mrd. Euro liegt der Bedarf. Das kann keiner mit einem Mal schaffen. Aber diese Sanierungsfälle sind nicht nur ein Finanzproblem, sondern sie bieten auch die Chance, zukunftsorientierte Konzepte zu erarbeiten, die mittelfristig auch zu maßgeblichen Kostensenkungen führen können.

In den letzen Jahren haben wir mit dem „Goldenen Plan“ jährlich 1-2 Millionen zusätzlich zur Verfügung gestellt. Damit werden vor allem die maroden Sportstätten im Osten gefördert. Wir wissen alle, dass diese Summe nur ein Tropfen auf den heißen Stein ist und es im Osten immer noch einen enormen Aufholbedarf gibt - auf der anderen Seite aber auch ein großer Sanierungsbedarf im Westen aufgelaufen ist. Die Zahlen können Sie alle im Sportbericht nachlesen.
Wir sollten uns jetzt konsequent Gedanken darüber machen, wie wir mit einem gesamtdeutschen Plan den Problemen bei den Sportstätten zu Leibe rücken.

Wir als FDP möchten, dass dieses wichtige Thema bald von allen mit in Angriff genommen wird und sichern unsere Unterstützung zu.

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