14.11.2011
Sportausschuss: Gespräche mit Regierungsvertretern in Chile
Am ersten Tag ihrer Reise nach Chile und Brasilien trafen sich die Mitglieder des Sportausschusses im Deutschen Bundestag in Santiago de Chile mit Vertretern der in Chile vertretenen politischen Stiftungen sowie dem deutschen Botschafter Dr. Glotzbach. Gespräche mit dem Präsidenten des Chilenischen Olympischen Komitees, dem Beauftragten für das chilenische Programm "Healthy lifestyle" sowie dem Staatssekretär für Sport standen am Montag auf dem Programm. Am Dienstag traf sich die Delegation mit dem Vorsitzenden des Sportausschusses im chilenischen Parlament bevor sie nachmittags weiter nach Brasilien flog. Dort standen unter anderem Gespräche mit der AHK, der größten deutschen Wirtschaftsorganisation im Ausland, sowie den politischen Stiftungen und dem Verantwortlichen für die Vorbereitung der WM 2014 auf dem Programm.
Bilder aus Chile und Brasilien anschauen
Beim Treffen mit Neven Ivan Ilic Alvarez, dem Präsidenten des Chilenischen Olympischen Komitees, wurde deutlich, dass dort tolle Aufbauarbeit geleistet wird. Erst vor 8 Jahren war das NOK Chiles gegründet worden. Es betreut 310 Spitzensportler und hat mit dem Aufbau eines Sportzentrums begonnen. Bislang wurden in die Immobilie 10 Millionen Dollar investiert.
In der Pontificia Universidad Catolica traf sich die deutsche Delegation unter anderem mit Vertretern des Antidoping-Labors, das Tests für den gesamten südamerikanischen Raum übernimmt - vor allem im Bereich Fußball.
Auch die deutsche Klinik in Santiago wurde besichtigt. Sie gehört zu den modernsten in Südamerika und wurde einst von der Kirche gegründet. Alle Gewinne, die erwirtschaftet werden, fließen wieder in die Klinik. Derzeit steht eine erneute Expansion an.
Unmittelbar daneben, im Bereich des deutschen Sportclubs, befindet sich eine deutsche Schule, an der man auch das Abitur ablegen kann. Neben dieser gibt es noch zwei weitere Schulen in Santiago. Der Sportclub selbst sieht sich als Zentrum der deutschen Kultur- und Sportbewegung in Chile. Er ist weit über 100 Jahre alt und zählt 1500 Familien, also 6000 Personen, zu seinen Mitgliedern. Es gibt einen Kindergarten, die Schule, auch Seniorenabende werden veranstaltet. Großereignisse, wie der chilenische Nationalfeiertag, der Tag der deutschen Einheit oder auch das Oktoberfest, werden gemeinsam gefeiert. Auch einige Spitzensportler gehören zum Club. Diese wünschen sich - wie auch die Verantwortlichen beim NOK Chiles - mehr Begegnungen auf sportlichem Gebiet mit Deutschen und auch einen Schüleraustausch.
Beim Gespräch mit den Mitgliedern des chilenischen Sportausschusses am Dienstag mussten die deutschen Abgeordneten viele Fragen beantworten. Größtes Ziel der Chilenen ist es, ein eigenständiges Ministerium zu etablieren. Außerdem soll der Aufbau der Sportbewegung im Land intensiviert werden, der noch in den Kinderschuhen steckt. Es gibt im Sportbereich kein System, das wie in Deutschland vom Sportverein in dem Kommunen über Sportdezernate bei Landkreisen und Ländern bis hin zum für Sport zuständigen Ministerium beim Bund reicht. Nur etwa 17 Prozent der Chilenen treiben derzeit überhaupt in ihrer Freizeit Sport. Aus Übergewicht resultierende oder dadurch geförderte Krankheiten nehmen zu. Da will man gegensteuern, indem man zunächst 3 bis 4 Sportstunden pro Schulwoche einführen will. Sportvereine sollen gegründet werden. Da Chile keine Staatsverschuldung hat, sollen jetzt mehr öffentliche Mittel in diesen Sektor fließen.
In Brasilien besuchte die deutsche Delegation die AHK Sao Paulo, wo es nicht nur ein Gespräch mit Hauptgeschäftsführer Thomas Timm, sondern auch zahlreichen deutschen Unternehmern gab, die in Brasilien leben und arbeiten. 900 deutsche Unternehmer gibt es derzeit insgesamt in Brasilien, sie beschäftigen etwa 300.000 Mitarbeiter. Einen besonderen Boom erfährt derzeit die Bauindustrie des Landes - auch wegen der anstehenden sportlichen Großereignisse.
Die deutschen Unternehmer engagieren sich zudem ehrenamtlich im Schul-und Sportbereich. So umfasst die deutsche Schule in Sao Paulo gegenwärtig 11.000 Schüler und hat in den vergangenen Jahren 30.000 deutsche Sportabzeichen vergeben. Interessant ist dabei, dass unter anderem Königin Silvia von Schweden diese Schule besucht hat und trotz der hohen Schulgebühren von monatlich 600 bis 1000 Euro der Andrang ständig zunimmt.
Während der Gespräche des Sportausschusses in Brasilien wurde deutlich, dass man sich dort eine Zusammenarbeit und die Unterstützung der Deutschen vor allem im Sicherheitsbereich während der WM 2014 und auch bei den Olympischen Spielen wünscht.
Das wurde auch während des Treffens mit Vertretern des Comite Olimpico Brasileiro deutlich. Für das Komitee ist es wichtig, die Kooperationsmöglichkeiten mit Deutschland weiter auszubauen. Im Bereich des Sportstättenbaus werden die geringsten Probleme gesehen, da die Finanzierung gesichert ist. 30 Prozent bestehender Sportanlagen werden für die Olympischen Spiele saniert und modernisiert. 70 Prozent der benötigten Anlagen werden neu gebaut. Interessant dabei ist, dass 45 Prozent aller dafür verwendeten Gelder aus dem privaten Bereich kommt, nur etwa 20 Prozent vom Staat zur Verfügung gestellt werden muss, da der Rest aus den Regionen kommt. Die Euphorie im Land ist jedoch so groß, dass alle Funktionäre davon ausgehen, dass keine staatlichen Zuschüsse nötig sein werden, weil noch weit mehr private Spenden eingehen werden.
Für die Mitglieder des deutschen Sportausschusses war es ein Erlebnis zu sehen, welchen Anteil die brasilianische Bevölkerung am Umbau des Maracana-Stadions nimmt. Da das Areal der "Legende" unter Denkmalschutz steht, wurde das Projekt sehr umsichtig gestaltet. Insgesamt bleibt die Fläche des Stadions erhalten, verliert aber durch den Umbau von Steh- auf Sitzplätze entscheidend an Kapazität. Das Stadion wird das größte freitragende Stadiondach der Welt erhalten - mit einer Spannweite von 68,4 Metern. Dieses Dach errichtet eine Stuttgarter Firma. Die alten Sehenswürdigkeiten im Stadion - wie die Fußabdrücke der bekanntesten Spieler und der alte VIP-Aufgang mit den historischen Bildern - bleiben erhalten.
In der Pontificia Universidad Catolica traf sich die deutsche Delegation unter anderem mit Vertretern des Antidoping-Labors, das Tests für den gesamten südamerikanischen Raum übernimmt - vor allem im Bereich Fußball.
Auch die deutsche Klinik in Santiago wurde besichtigt. Sie gehört zu den modernsten in Südamerika und wurde einst von der Kirche gegründet. Alle Gewinne, die erwirtschaftet werden, fließen wieder in die Klinik. Derzeit steht eine erneute Expansion an.
Unmittelbar daneben, im Bereich des deutschen Sportclubs, befindet sich eine deutsche Schule, an der man auch das Abitur ablegen kann. Neben dieser gibt es noch zwei weitere Schulen in Santiago. Der Sportclub selbst sieht sich als Zentrum der deutschen Kultur- und Sportbewegung in Chile. Er ist weit über 100 Jahre alt und zählt 1500 Familien, also 6000 Personen, zu seinen Mitgliedern. Es gibt einen Kindergarten, die Schule, auch Seniorenabende werden veranstaltet. Großereignisse, wie der chilenische Nationalfeiertag, der Tag der deutschen Einheit oder auch das Oktoberfest, werden gemeinsam gefeiert. Auch einige Spitzensportler gehören zum Club. Diese wünschen sich - wie auch die Verantwortlichen beim NOK Chiles - mehr Begegnungen auf sportlichem Gebiet mit Deutschen und auch einen Schüleraustausch.
Beim Gespräch mit den Mitgliedern des chilenischen Sportausschusses am Dienstag mussten die deutschen Abgeordneten viele Fragen beantworten. Größtes Ziel der Chilenen ist es, ein eigenständiges Ministerium zu etablieren. Außerdem soll der Aufbau der Sportbewegung im Land intensiviert werden, der noch in den Kinderschuhen steckt. Es gibt im Sportbereich kein System, das wie in Deutschland vom Sportverein in dem Kommunen über Sportdezernate bei Landkreisen und Ländern bis hin zum für Sport zuständigen Ministerium beim Bund reicht. Nur etwa 17 Prozent der Chilenen treiben derzeit überhaupt in ihrer Freizeit Sport. Aus Übergewicht resultierende oder dadurch geförderte Krankheiten nehmen zu. Da will man gegensteuern, indem man zunächst 3 bis 4 Sportstunden pro Schulwoche einführen will. Sportvereine sollen gegründet werden. Da Chile keine Staatsverschuldung hat, sollen jetzt mehr öffentliche Mittel in diesen Sektor fließen.
In Brasilien besuchte die deutsche Delegation die AHK Sao Paulo, wo es nicht nur ein Gespräch mit Hauptgeschäftsführer Thomas Timm, sondern auch zahlreichen deutschen Unternehmern gab, die in Brasilien leben und arbeiten. 900 deutsche Unternehmer gibt es derzeit insgesamt in Brasilien, sie beschäftigen etwa 300.000 Mitarbeiter. Einen besonderen Boom erfährt derzeit die Bauindustrie des Landes - auch wegen der anstehenden sportlichen Großereignisse.
Die deutschen Unternehmer engagieren sich zudem ehrenamtlich im Schul-und Sportbereich. So umfasst die deutsche Schule in Sao Paulo gegenwärtig 11.000 Schüler und hat in den vergangenen Jahren 30.000 deutsche Sportabzeichen vergeben. Interessant ist dabei, dass unter anderem Königin Silvia von Schweden diese Schule besucht hat und trotz der hohen Schulgebühren von monatlich 600 bis 1000 Euro der Andrang ständig zunimmt.
Während der Gespräche des Sportausschusses in Brasilien wurde deutlich, dass man sich dort eine Zusammenarbeit und die Unterstützung der Deutschen vor allem im Sicherheitsbereich während der WM 2014 und auch bei den Olympischen Spielen wünscht.
Das wurde auch während des Treffens mit Vertretern des Comite Olimpico Brasileiro deutlich. Für das Komitee ist es wichtig, die Kooperationsmöglichkeiten mit Deutschland weiter auszubauen. Im Bereich des Sportstättenbaus werden die geringsten Probleme gesehen, da die Finanzierung gesichert ist. 30 Prozent bestehender Sportanlagen werden für die Olympischen Spiele saniert und modernisiert. 70 Prozent der benötigten Anlagen werden neu gebaut. Interessant dabei ist, dass 45 Prozent aller dafür verwendeten Gelder aus dem privaten Bereich kommt, nur etwa 20 Prozent vom Staat zur Verfügung gestellt werden muss, da der Rest aus den Regionen kommt. Die Euphorie im Land ist jedoch so groß, dass alle Funktionäre davon ausgehen, dass keine staatlichen Zuschüsse nötig sein werden, weil noch weit mehr private Spenden eingehen werden.
Für die Mitglieder des deutschen Sportausschusses war es ein Erlebnis zu sehen, welchen Anteil die brasilianische Bevölkerung am Umbau des Maracana-Stadions nimmt. Da das Areal der "Legende" unter Denkmalschutz steht, wurde das Projekt sehr umsichtig gestaltet. Insgesamt bleibt die Fläche des Stadions erhalten, verliert aber durch den Umbau von Steh- auf Sitzplätze entscheidend an Kapazität. Das Stadion wird das größte freitragende Stadiondach der Welt erhalten - mit einer Spannweite von 68,4 Metern. Dieses Dach errichtet eine Stuttgarter Firma. Die alten Sehenswürdigkeiten im Stadion - wie die Fußabdrücke der bekanntesten Spieler und der alte VIP-Aufgang mit den historischen Bildern - bleiben erhalten.






