Ruhmeshalle des Sports ist kein Ruhmesblatt
Pressemitteilung vom 7. Mai 2008
Die Idee, eine Ruhmeshalle des Sports einzurichten, ist grundsätzlich zu begrüßen. Sie wird der Bedeutung des Sports für ein Land gerecht, in dem viele Spitzensportler Idole und Vorbilder zugleich sind. Schwierig wird die Realisierung der Idee aber offensichtlich angesichts der deutschen Geschichte – der zeitweiligen Spaltung unseres Vaterlandes. Hier muss man aufpassen, Sport und Politik nicht zu vermischen, sondern gerecht und frei Leistungen zu bewerten.
Deshalb sehe ich es als problematisch, wenn im Zusammenhang mit der Ruhmeshalle der Begriff „dopingbelasteter DDR-Sport“ fällt. Im absoluten Spitzensport kann meiner Meinung nach niemand dem anderen für das in der Vergangenheit Geschehene einen Vorwurf machen, weil es Doping leider in allen Ländern gab und gibt.
Dass mit Roland Matthes ein einziger DDR-Athlet in dieser Ruhmeshalle gewürdigt wird, wird der Geschichte nicht gerecht. Aus diesem Grunde hoffe ich, dass künftig wirklich frei und gerecht entschieden wird, wessen Erfolge in der Halle erwähnt werden. Die politischen Scheuklappen im Sport sollten endlich der Vergangenheit angehören.



