Joachim Günther -

Rick Ampler eifert berühmtem Vater nach

Radlegende Thomas Barth ist Teammanager einer jungen Radsport-Mannschaft - Team Jenatec. Joachim Günther war bei der Vorstellung der Sportler dabei.


Joachim Günther im Gespräch mit Radlegende Thomas Barth.



Joachim Günther mit Rick und Uwe Ampler
Der 18 Jahre alte Leipziger Rick Ampler will Radsportprofi werden. Kein Wunder – bei dem Vater! Ricks Vater ist kein anderer als der Olympiasieger, Weltmeister und viermalige Friedensfahrt-Gewinner Uwe Ampler.

Wer über Radsport redet, kommt derzeit an dieser Vater-Sohn-Geschichte nicht vorbei. Genauso wenig wie am U23-Bundesliga-Team von JenaTec. Dort ist Rick Ampler aktiv, weshalb Uwe Ampler ehrenamtlich seinen großen Erfahrungsschatz einbringt und als Berater fungiert. Bemerkenswert: Den Jenaern ist es gelungen, einen zweiten Radsportstar an sich zu binden - Thomas Barth. Der langjährige Kapitän der DDR-Nationalmannschaft ist sportlicher Leiter des Teams JenaTec.

Tennis, Hockey, Schwimmen und natürlich auch Fußball hat Rick Ampler ausprobiert, ehe er sich entschied, hartes Training in Kauf zu nehmen, um einmal Radprofi zu werden. Das Talent habe sich eben doch vererbt, bemerkt Uwe Ampler trocken. Er hätte sein einziges Kind zwar auch unterstützt, wenn es in einer anderen Sportart Erfolg gesucht hätte, sagt Uwe Ampler. Doch im Radsport könne er das auf Grund der eigenen Erfahrungen natürlich so gut wie in sonst keiner Sportart. Noch heute schwingt sich das Idol von einst regelmäßig auf sein Rad. Drei bis vier Mal pro Woche ist er unterwegs, nimmt 100 bis 150 Kilometer lange Strecken rund um Leipzig unter die Räder. Sohn Rick ist nur noch selten dabei. Er zieht ein Training ohne Vater vor. „Er hat doch mitunter ganz schön andere Vorstellungen als ich, die noch aus seinen Profizeiten herrühren“, gesteht Rick Ampler. Wenn er oftmals vom Stress am Gymnasium ausgelaugt sei und nur noch Ruhe wolle, habe sein Vater dafür absolut kein Verständnis – und ganz andere Pläne für Ricks Freizeitgestaltung. Hartes Training sei das A und O, predige der Vater immer. Und die Härte gegen sich selbst, die müsse der Sohn erst noch lernen. Das sieht übrigens auch Thomas Barth so. Da bleibt Rick für Freundin Josefine nur wenig Zeit.

Sein Ziel – Radsportprofi – will Rick Ampler aber unbedingt im Auge behalten. Deshalb verzichtet er auf so manches Freizeitvergnügen, das für andere in seinem Alter selbstverständlich ist. Zwei, drei Jahre brauche er noch, ehe er an die Verwirklichung seines Traums denken könne. Vor allem Wettkampferfahrung will Rick in dieser Zeit sammeln. Sein Vater wird ihn unterstützen – auch finanziell. Sei es das Winter-Trainingslager in Mallorca oder zu beschaffendes Material: Radsport sei nicht gerade eine preisgünstige Sportart.

Das Thema Doping ist für den Sohn momentan noch ganz weit weg. Denn in der U23-Bundesliga kommt man noch gut ohne aus. Doch was soll später werden – im Profibereich, wo man ohne Doping gar keine Chancen mehr zu haben scheint? Das ist ein Thema, das den Vater sehr wohl beschäftigt. Für Uwe Ampler steht fest, dass es so lange keinen sauberen Radsport geben wird, solange es keine wirkungsvollen Kontrollen gibt. Und die wiederum sind eine Frage des Geldes. Doch davon besitzen in der Regel nicht die Kontrollgremien das meiste, sondern die Pharmakonzerne, die mittels Doping mit um Medaillenplätze streiten. (4. April 2008)

Radlegende nun Manager

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