Joachim Günther - Wahlkreis

Plauener Spitze ist spitze!

Das Vogtland ist weltweit bekannt geworden durch die Plauener Spitze. Die Marke steht für ein Stickereierzeugnis, das in Plauen Anfang des 19. Jahrhunderts entwickelt wurde. Heute gibt es Raumtextilien aller Art, aber auch Brautkleider und Accessoires für die Damenober- und -unterbekleidung aus der edlen Spitze.



Prof. Dr. Ching You, Repräsentant Taiwans in Deutschland, war vom Produkt Plauener Spitze begeistert. Er bestaunte auch den Maschinenpark in der Schaustickerei im Plauener Obstgartenweg.
Aus dem Tuchmacherhandwerk heraus entwickelte sich ab dem 16. Jahrhundert in Plauen die Baumwollweberei. Das erste Stickereigewerbe kam im Vogtland um 1780 auf. Dabei handelte es sich damals um Ausnäharbeiten oder Tambourstickereien. 1881 wurde in Plauen, im Zentrum der deutschen Spitzen- und Stickereiindustrie, die auf der Maschine gestickte Tüllspitze erfunden. Die ersten Maschinen sind heute noch in Plauen zu besichtigen - in der Schauweberei im Obstgartenweg.

Die Plauener Spitze, mittleweile nicht nur in der Vogtlandmetropole selbst, sondern im gesamten Vogtland gefertigt, erfreute sich großer Beliebtheit. Sogar das Monopol der Schweizer wurde gebrochen. Der Aufschwung der Plauener Spitzenstickerei fand seinen Höhepunkt in der Weltausstellung in Paris 1900. Die Plauener Spitze wurde mit einem Grand Prix geehrt.

Nach dem kurzzeitigen Niedergang während des Zweiten Welkriegs fasste die Spitzen- und Stickereiindustrie in den 1950er Jahen erneut Fuß. 1990 - zur Wendezeit - wurde Plauener Spitze in 40 Länder exportiert. Seit der Wende und der Privatisierung der Produktionsstätten sind im Vogtland 40 Familienbetriebe in der Branche tätig. Etwa 1000 Menschen leben von dem Markenprodukt.

Im Vogtland wird Touristen das Produkt Plauener Spitze auf verschiedenen Wegen nahegebracht. Zum einen gibt es den Salon Plauener Spitze auf der Plauener Bahnhofstraße, in dem man sich die edlen Stickereien anschauen kann. Zum anderen gibt es am Plauener Altmarkt das Spitzenmuseum, in dem nicht nur heute produzierte Spitze zu sehen ist, sondern auch Musterkollektionen aus vergangenen Zeiten. Zudem bieten Betriebe, wie die Firma Wittmann in Brockau, Unternehmensführungen an. Dabei kann man den Arbeiterinnen bei der Produktion über die Schulter schauen. Und natürlich gibt es auch eine wunderbar gestaltete Verkaufsausstellung.

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