Joachim Günther - Betriebsbesuche

Kommt der Trabi als Elektroauto auf den Markt zurück?

Der Trabant: Zu DDR-Zeiten das meistgefahrene Auto zwischen Klingenthal und Rostock. Unmittelbar nach der Wende wollte ihn keiner mehr haben, doch bereits einige Jahre später erlangte er im Zuge der Ostalgie-Welle Kultstatus. Geht es nach Ronald Gerschewski und seinen Mannen von der Individual Karosseriebau GmbH in Zwickau, wird bald ein neuer Trabant vom Band laufen. Der Prototyp - ein Elektroauto - steht in der neuen, 7000 Quadratmeter großen Produktionshalle von "Indikar", die derzeit noch ausgebaut wird.


Für die Serienproduktion ist alles bereit. In Westeuropa steht ein Vertriebspartner Gewehr bei Fuß, in Nordeuropa ein Fertigungspartner. Fehlt nur noch ein Investor, der bereit ist, eine Anschubfinanzierung zu gewähren.

Seit die Zwickauer ihren neuen Trabi vorgestellt haben, reißt das Interesse nicht ab. Am liebsten würde Gerschewski die Trabi-Produktion selbst aufbauen. Doch das ist für ein kleines Unternehmen wie Indikar nicht umsetzbar, wurde Joachim Günther beim Betriebsbesuch erklärt.

Die Firma beschäftigt 100 Mitarbeiter und ist auf Sonderbauten spezialisiert. Sie entwickelt und baut Prototypen für bekannte Automobilfirmen, stellt Kleinserien von Bauteilen her, ist spezialisiert auf den Bau von Individualfahrzeugen mit Dacherhöhung und Verlängerungen. Auch Leicht- und Schwerpanzerung von Nutz- und Militärfahrzeugen bieten die Zwickauer an. Derzeit wird auf dem Firmengelände eine Beschussanlage gebaut, in der die Panzerungen getestet werden können.

Die Krisenjahre 2008/2009 hat die Firma gut überstanden. Es gibt mittlerweile keine Kurzarbeit mehr, es wird im Zwei-Schicht-System gearbeitet. Sobald die neue Halle fertig ist, soll die Belegschaft bis 2012 um 20 Mitarbeiter aufgestockt werden. Momentan gebe es genügend Aufträge. "Wir sind nicht abhängig von großen Stückzahlen, sondern von der Anzahl der Projekte."

Der Trabi ist ein Projekt, an dem Gerschewski gerne weiter beteiligt wäre. Findet sich aber kein Investor, der die Fertigung hier ermöglicht, müsse man die Möglichkeit in Betracht ziehen, das Projekt zu verkaufen. Vor allem im asiatischen Raum gebe es da Interessenten. (3. Mai 2010)

 

 

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