Joachim Günther Sport

Jeder muss Fußball im Free-TV gucken können

Joachim Günther teilt die Meinung des Bundeskartellamtes, dass die Highlights der Bundesliga-Spiele nach wie vor im Free-TV vor 20 Uhr zu sehen sein müssen.


Fußballfans können auch weiterhin kurz nach dem Abpfiff die Zusammenfassungen aller Bundesliga-Spiele im Free-TV sehen. Das Bundeskartellamt untersagte der Deutschen Fußball Liga (DFL) die Umsetzung einer neuen Vermarktungsstrategie. Nach Einführung dieser wären die Spielzusammenfassungen im frei empfangbaren Fernsehen erst ab 22 Uhr zu sehen gewesen. Spielhighlights, so das Bundeskartellamt, müssten jedoch bereits vor 20 Uhr gezeigt werden dürfen.

„Ich begrüße diese Entscheidung ausdrücklich“, sagt Joachim Günther. „Die freien Übertragungen der Spiele zu solch einem frühen Zeitpunkt sind absolut gerechtfertigt. Fußball ist der Sport, der in Deutschland so viele Anhänger hat, wie keine andere Sportart. Angesichts immer weiter steigender Kosten fürs Pay-TV muss man eindeutig sagen, dass sich nicht jeder Fußballfan ein solches Abonnement leisten kann. Es kann jedoch nicht sein, dass wir in Deutschland die Fußballfangemeinde bald in drei Klassen unterscheiden müssen, weil die Vereine kein vernünftiges Maß finden. Zum ersten wären da die, die sich den Besuch im Stadion leisten können, zum Zweiten die, die sich die Spiele im Pay-TV live anschauen können und als letztes die weniger gut Betuchten, die bis nachts warten müssen, um endlich nicht nur das Ergebnis zu erfahren, sondern auch die entscheidenden Spielszenen zu sehen.“

Joachim Günther sagt, auch im bezahlten Fußball müsse ganz schnell wieder ein reales Maß gefunden werden. „Das Gepoker um immer höhere Spielergehälter muss aufhören. Die Preisspirale dreht sich und dreht sich. Wohin soll das führen, wenn zum Beispiel für einen Spieler Ablösesummen von über 20 Millionen Euro gezahlt werden? Das ist doch nicht gesund – und würde früher oder später unweigerlich dazu führen, dass Fußball zum Sport wird, den sich nur eine Elite leisten kann. Fußball ist aber nun einmal Breitensport.“

Die deutschen Vereine sollten nicht so sehr nach Italien, Spanien oder England schielen, wo man diesbezüglich längst jenseits von Gut und Böse ist, so Günther. Sie sollten vielmehr ein eigenes System finden, in dem vor allem auch wieder mehr junge deutsche Spieler die Chance erhalten, sich zu entwickeln und dann auch bei Top-Klubs zur ersten Garde zu gehören. (25. Juli 2008)

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