Innovationszentrum hat Zukunft der Spitze im Blick
Das "Deutsche Innovations Zentrum für Stickerei" e. V. koordiniert und organisiert insbesondere die Innovations- und Forschungsarbeit der Unternehmen der Stickerei-Branche, Öffentlichkeitsarbeit und Marketing, Fachtagungen und Weiterbildungen. Ziel des Vereins ist es, die Arbeitsplätze in der Stickerei-Industrie zu erhalten. Unter den Mitgliedern sind neben dem Vogtlandkreis und der Stadt Plauen natürlich auch die meisten Unternehmen und Dienstleister der Stickereibranche im Vogtland, Bildungs- und Forschungseinrichtungen. Joachim Günther informierte sich jetzt bei einem Ausstellungsbesuch über die Arbeit des Vereins.


Kerstin Winzer und Joachim Günther vor der ''Baustelle - Zukunft Plauener Spitze''. Bei dieser Suche soll und will das 2007 gegründete Deutsche Innovations Zentrum für Stickerei e. V. (DIZ), in dem viele Stickereifirmen Mitglied sind, eine entscheidende Rolle spielen. "Zunächst einmal freue ich mich, dass sich die Branche beim diesjährigen Spitzenfest wieder sehr stark präsentiert. Das ist eine gute Werbung für das Produkt und war in den vergangenen Jahren ja etwas vernachlässigt worden", sagt Kerstin Winzer vom Verein. Unübersehbar ist in diesen Tagen zum Beispiel die Präsentation der Spitze in Plauens größtem Einkaufstempel, der Stadt-Galerie. "Baustelle - Zukunft Plauener Spitze" zeigt auf Stockwerk überwindenden Gerüsten neue Kreationen aus dem Gardinenbereich. In Vitrinen wird unter anderem vorgestellt, wie gut sich Spitze als Ornament in Halsketten macht.
Sehr angetan war der FDP-Bundestagsabgeordnete Joachim Günther bei der Führung durch die Ausstellung auch vom Bereich "highStick". Was dort zu sehen ist, hat - zugegeben - mit der Plauener Spitze, die alle seit Jahrzehnten kennen, nicht mehr viel zu tun. Aber in den Vitrinen wird aufgezeigt, wo die Zukunft der Spitze liegen könnte - zum Beispiel auf Baustellen, wo Stickelemente Bestandteile von Rohren sein könnten. "Mehrere Firmen aus verschiedenen Branchen arbeiten Hand in Hand an diesen Projekten. Das hat Zukunft und wird in der Region Arbeitsplätze sichern helfen", sieht Kerstin Winzer die Tests positiv.
Gegenüber Joachim Günther machte sie deutlich, dass sich das Deutsche Innovations Zentrum für Stickerei nicht nur auf Präsentation und Vermarktung der Spitzenprodukte beschränken will. Vielmehr geht es um das Eröffnen neuer Perspektiven, um Forschung. "Mit den Museen, die wir in Plauen haben, und die auch sehr schön und wichtig sind, locken wir Besucher an. Aber für die Branche selbst schafft oder erhält das kaum Arbeitsplätze", so Kerstin Winzer.
Der Verein Deutsches Innovations Zentrum für Stickerei steckt noch in den Kinderschuhen. Alle Mitarbeiter engagieren sich ehrenamtlich. So auch Kerstin Winzer, die am Donnerstag beim reibungslosen Ablauf der Spitzen-Modenschauen der Bekleidungstechniker des BSZ e.o.plauen in der Stadt-Galerie mithalf. Sie hofft, dass die Pläne zur Etablierung des "Deutschen Zentrums für Spitze und Stickerei Plauen/Vogtland" in der Plauener Nobelstraße rasch umgesetzt werden. Dort würde alles für die Branche Wesentliche unter einem Dach vereint: Schaustickerei und Spitzenmuseum, Marketing für das Produkt sowie Innovation und Forschung. (12. 6. 2009)


