Drachenhöhle und Drachensagen


Joachim Günther und Syraus Bürgermeister Achim Schulz vor dem alten Wasserturm. Seit einigen Jahren hat Syraus Bürgermeister Achim Schulz die Pläne für Terra Varis in der Schublade. Jetzt holte er sie wieder raus, um sich mit dem FDP-Bundestagsabgeordneten Joachim Günther, der ja aus Syrau stammt, zu beraten.
Terra Varis heißt die optimale Ergänzung zur Drachenhöhle Syrau. In dem zum Projekt gehörenden Exploratorium soll man all das tun können, was man in der Drachenhöhle nicht kann – zusehen, wie ein Stalaktit wächst zum Beispiel oder in Lehm fassen. Terra Varis soll also ein Museum sein, in dem Kinder spielerisch lernen und Erwachsene ihr theoretisches Wissen über physikalische Vorgänge, Gesteinsformen und anderes auffrischen können.
1999 hatte die Gemeinde Syrau den Wasserturm gekauft, der direkt am Höhlen-Parkplatz steht. Bis 1996 war der noch als Wasserspender in Betrieb. Die GWG entnahm von dort das Brauchwasser. Früher, der Turm war von 1905 bis 1908 errichtet worden, war mit dem Wasser, das aus einem Brunnen in das im Turmkopf befindliche Becken gepumpt wurde, der gesamte Ort versorgt worden. „Es war die erste zentrale Wasserversorgung, die es im Vogtland gab“, sagte Bürgermeister Achim Schulz beim Treffen mit Joachim Günther.
Nun soll der Turm also saniert und umgebaut werden zu einem Museum zum Mitmachen. Und Schulz hofft, dafür Mittel aus dem Förderprogramm ILEK zu bekommen. Laut Planung, in die auch die Umnutzung des Höhlenheims einbezogen wurde, sind vier Millionen Euro nötig, um das Projekt zu verwirklichen. Doch Syrau hätte damit auf einen Schlag eine Touristenattraktion mehr. Und außerdem könnten Schulklassen in das neue Objekt kommen, um hier zu lernen. Im Höhlenheim könnten sie sich verschiedenste Gesteinsarten und Mineralien anschauen.


Im Innern des Turmes. Eine Gesteinssammlung – die nämlich des Staatlichen Umweltfachamtes Plauen – befindet sich bereits im Besitz der Gemeinde. Eine weitere würde von einem Plauener zur Verfügung gestellt, der sein Leben lang Gesteine und Mineralien gesammelt hat. „Alle seine Steine sind schön beschliffen, so dass man die Maserung ganz wunderbar sehen kann“, schwärmt auch Heidrun Bauer, die Leiterin der Drachenhöhle Syrau.
Wie aber soll das Projekt aussehen? Der Wasserturm soll saniert werden. Das müsse das vordergründige Ziel sein, sagte auch Joachim Günther mit Blick auf die Bausubstanz. Laut Achim Schulz soll in den bereits vorhandenen vier Ebenen des denkmalgeschützten Gebäudes der Erdaufbau nachvollzogen werden können. In der ersten Ebene würde die Ausstellung zu Altpaläozoikum und Präkambrium untergebracht (Gesteine, Tiefe, Kruste und Vulkanismus). In Ebene zwei die Gebirgsbildung, in Ebene drei Quartär und Landschaftsentwicklung, in Ebene vier Gegenwart/Landschaft – nicht zu vergessen: die Aussichtsplattform. Sollte es keine ILEK-Mittel für Terra Varis geben, so Joachim Günther, müssten Mittel des Denkmalschutzes für die Turmsanierung beantragt werden. Doch damit würden die weiteren Teile des Gesamtprojektes wohl sterben. Da im Turm keine zweite Fluchttreppe installiert werden kann, haben Architekten auf ihrem Entwurf neben dem Wasserturm einen Glas-Stahl-Turm samt Exploratorium gestellt. In der Stahl-Glas-Konstruktion soll auch ein behindertengerechter Fahrstuhl installiert werden.
In dem kleinen, dem Wasserturm vor gelagerten, jetzt schon bestehenden Gebäude könnten die Sanitärräume, der Kassen- und Verkaufsbereich untergebracht werden. (4/2008)


