Joachim Günther - Bau/Verkehr

Baukultur - Altes und Neues geschickt verbinden

Als Mitglied der Bundesstiftung Baukultur ist Joachim Günther daran gelegen, dass Altes erhalten bleibt und Neubauten harmonisch in die bestehende Baulandschaft eingefügt wird.
www.stiftung-baukultur.de


Das in Plauen gegründete Forum Baukultur ist an einer Zusammenarbeit mit der neu gegründeten Bundesstiftung Baukultur interessiert. Deshalb trafen sich Gottfried Baumann, Sprecher des Forums Baukultur, Claus Weisbach, Kristin Kaden und Ronny Neumann gestern mit dem FDP-Bundestagsabgeordneten Joachim Günther, der Mitglied des Stiftungsrates ist.

Günther erläuterte, dass sich die Stiftung noch im Aufbau befinde. So sei bislang lediglich geklärt, dass es eine Anschubfinanzierung seitens des Bundes geben werde, die Stiftung mittelfristig aber selbstständig arbeiten und auch wirtschaften soll. Sitz der Organisation wird in Potsdam sein, wo am 21. September auch der Gründungskonvent stattfindet. Zu diesem Konvent wird es eine öffentliche Standortbestimmung zur Lage der Baukultur in Deutschland geben, die mit Empfehlungen für die Arbeit der Stiftung verbunden ist.

Günther erläuterte, dass nach seiner Ansicht die Organisationsform auf Kreisebene angepasst werden müsse. Klassische Baukultur müsse erhalten, aber auch neue Wege müssten gegangen werden. Nur vor Ort könne man entscheiden, wie beides am besten zu vereinbaren beziehungsweise zu verbinden sei. Damit stieß Günther bei den Mitgliedern des Forums Baukultur auf offene Ohren. Denn gerade sie sind es ja, die sich in der Region dafür einsetzen, dass auf diesem Gebiet kein Schindluder getrieben wird. So schaltete sich das Forum Baukultur jüngst erst wieder ein, als in Bad Elster die Billigvariante eines Vier-Sterne-Hotelneubaus vorgestellt wurde, weil das Projekt überhaupt nicht ins Ensemble der dort bereits vorhandenen Bauten passt. Aber auch zum Plauener Altmarkt haben die Mitglieder des Forums eine eigene Meinung. Sie überlegen zudem, wie der Komturhof erhalten und genutzt werden könnte, ohne eine direkte Konkurrenz zum Malzhaus darzustellen. Oder auch bezüglich der Rathauserweiterung Richtung Lutherkirche gebe es Überlegungen, so Claus Weisbach.

Joachim Günther erläuterte, dass Plauen zur Beispielstadt in Sachen Baukultur werden könne, wenn es gelänge, die Stadt-Galerie so mit den Einkaufszonen rundum zu verbinden, dass die Kunden diese wieder mehr annehmen – egal, ob sich die Geschäfte am Alt-, Klostermarkt oder in der Bahnhofstraße befinden. „Denn genau das ist ja das Problem, welches in nahezu jeder deutschen Stadt zu finden ist. Es wurden keine Übergänge geschaffen von den neuen zu den alten Geschäften, die von den Kunden akzeptiert werden. Und so bleiben die meisten Kunden nur in den neuen Centern.“ Die Frage, ob eine Verbindung in Plauen so aussehen müsste, dass zum Beispiel der untere Teil der Bahnhofstraße überdacht wird, so dass niemand, der die Stadt-Galerie verlässt, den Regenschirm aufspannen muss, soll nach Günthers Ansicht den Architekten überlassen werden. Vielleicht könnte man zur Klärung dieser Frage einen Wettbewerb ausloben, schlug er vor.

Sobald es eine Satzung der Bundesstiftung Baukultur gibt, wird sich Günther mit den Mitgliedern des Forums Baukultur noch einmal in Verbindung setzen. Außerdem versprach der Bundestagsabgeordnete, an einer Veranstaltung des Forums am 27. Oktober im Plauener Rathaus teilzunehmen. Dann wird es um „Industriebrachen und Gründerzeitviertel – Orte für neue Wohnformen und definierte Grünstrukturen in der Stadt“ gehen. (9. Juli 2007)

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