Joachim Günther - 20 Jahre Wende

20 Jahre Wende


Im Herbst 1989 läuteten Tausende Ausreisewillige und Demonstranten in verschiedenen Städten der damaligen DDR die Wende ein. Die friedliche Revolution, die die Ost und West trennende Mauer zum Einsturz brachte, gipfelte am 3. Oktober 1990 in der Vereinigung unseres deutschen Vaterlandes.

Feierlichkeiten zum Mauerfall vor 20 Jahren

Vom Reichstagsgebäude beziehungsweise der Parlamentarischen Gesellschaft aus beobachtete Joachim Günther am 9. November die öffentlichen Feierlichkeiten aus Anlass des Mauerfalls vor 20 Jahren. "Das es seitens des Deutschen Bundestages keine Veranstaltung gab, bedauere ich. Diesbezüglich hätte man sich mehr an den Abgeordneten orientieren sollen, die vor 20 Jahren im Deutschen Bundestag saßen. Die offizielle Sitzung war damals auf Grund der unglaublichen Ereignisse in Ostberlin unterbrochen worden, dann stimmte man spontan das Deutschlandlied an." Die offizielle Veranstaltung fand Joachim Günther schön. "Dass sich hier niemand die Mauer zurückwünscht, sieht man allein daran, dass Tausende bei strömendem Regen feierten."
Joachim Günthers persönliche Erinnerung an den 9. November 1989 lesen

Gedenktafel in Ullitz enthüllt

Am 12. November 1989 rollten die ersten Autos - meist Trabis - aus der DDR gen Westen. Bei Ullitz-Blosenberg passierten sie die innerdeutsche Grenze - nur 7 Wochen nachdem die ersten Züge aus der Prager Botschaft Flüchtlinge aus der DDR nach Hof gebracht hatten. Heute gibt es mit der Bundesstraße 173 dort wieder eine pulsierende Verkehrsader, wo bis zu jenem 12. November 1989 noch "das Ende der Welt" war. Am 11. Oktober 2009 enthüllten zwei Plauener und zwei Hofer unter dem Jubel von etwa 400 Menschen aus Ost und West eine Gedenktafel mit der an die Öffnung der Grenze vor 20 Jahren erinnert wird. Joachim Günther war dabei. Auch er kann sich noch genau daran erinnern, wie er 1989 den über Nacht geöffneten Grenzübergang Ullitz passierte.

Zug der Freiheit erinnert an Wendeherbst

Ein "Zug der Freiheit" erinnerte an die Ausreise der Prager Botschaftsflüchtlinge am 1. Oktober 1989 über DDR-Gebiet in die damalige Bundesrepublik. Der Sonderzug mit fünf historischen Wagen fuhr entlang der Original-Strecke von Prag über Dresden, Freiberg, Chemnitz, Reichenbach und Plauen nach Hof. In den Waggons waren Erinnerungstafeln aufgehangen worden, auf denen Schriftstücke der Stasi und Polizei von damals in Augenschein genommen werden konnten. Natürlich machte auch Joachim Günther davon Gebrauch.

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Aus Erlebtem Zuversicht für Bewältigen aktueller Krisen schöpfen

Joachim Günther erinnert sich an den Wendeherbst: "Als am 1. Oktober 1989 die in die Prager Botschaft geflüchteten DDR-Bürger in die Bundesrepublik ausreisen durften, begann auch der öffentliche unaufhaltsame Zerfall des DDR-Regimes. Die Ausreisewilligen wurden in Zügen transportiert, die durch das Vogtland nach Hof rollten. Tausende DDR-Bürger, die zurück bleiben mussten, säumten damals die Strecke, ließen sich vom Großaufgebot an Polizei und Staatssicherheit nicht abschrecken. Ich sehe die Szenen noch heute genau vor mir - jubelnde und auch viele weinende Menschen, im Wind flatternde DDR-Geldscheine. Denn natürlich war auch ich an der Strecke - am Bahnübergang Plauen-Haselbrunn, um den Flüchtlingszug zu sehen."

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