17. Februar: Kanada ist wirklich eishockey-verrückt
Die Demonstrationen gegen die angebliche Umweltzerstörung im Zuge der Olympischen Spiele haben weltweit für jede Menge Negativschlagzeilen gesorgt. Autonome bewarfen dabei Polizisten mit Steinen, auch Schaufensterscheiben gingen zu Bruch. Und am Ende stellt sich heraus, dass diese Demonstrationen überflüssig waren!


Vor dem Rathaus Wie die David Suzuki Foundation, Kanadas größte unabhängige Umweltorganisation, unserer Delegation berichtete, wurden bei allen Olympia-Neubauten umweltgerechte Verfahren angewandt. Außerdem wurden neue Energiequellen erschlossen. Und es gibt ein vernünftiges Konzept zur Finanzierung und späteren Nutzung der Olympiabauten. Bei den Gesprächen, an denen auch die stellvertretende Oberbürgermeisterin Vancouvers, Andrea Reimer, teilnahm, wurde seitens der Umweltorganisation lediglich bemängelt, dass nicht mehr nachhaltige Transportmittel eingesetzt wurden. So hätten sich die Verantwortlichen der David Suzuki Foundation gewünscht, dass im Vorfeld der Winterspiele mehr als nur eine U-Bahn-Linie gebaut wird.
Gut getan hätten weitere U-Bahn-Linien der Stadt sicherlich. Man braucht nämlich sehr lange, um von einem Ort zum anderen zu kommen. Das liegt aber zum Teil auch an den hohen Sicherheitsvorkehrungen.
Die gab es natürlich auch beim Eishockey-Spiel unserer Mannschaft gegen Schweden. Das Stadion war fast ausverkauft, obwohl die Kanadier gar nicht am Start waren. Ich bin restlos begeistert von so viel Sportsgeist. Und natürlich von der tollen Stimmung. Ich habe seit Jugendtagen kein Eishockey-Spiel mehr live gesehen. Aber hier in Kanada habe ich mir vorgenommen, das zu ändern. Deutschland - Schweden vor dieser herrlichen Zuschauer-Kulisse hat einfach Lust auf mehr gemacht. Und Crimmitschau ist ja schließlich nicht so weit weg vom Vogtland.
Dass unsere Eishockey-Mannschaft ihr Auftaktmatch unglücklich verloren hat, ist sehr schade. Doch gegen einen Topfavoriten wie Schweden musste man damit rechnen. Die Trainer, die wir nach der Partie im Deutschen Haus trafen, sind jedenfalls zuversichtlich, was die nächsten Begegnungen angeht. Schon heute ist ja eine Rehabilitation gegen Finnland möglich. Das meint übrigens auch Kanadas Eishockey-Legende Wayne Gretzky, der nach dem Spiel ebenfalls mit ins Deutsche Haus kam.


