15. Februar: Werbung für München 2018
Heute stand ein Besuch im olympischen Dorf in Vancouver auf dem Programm. Man muss den Kanadiern ein Kompliment machen: Hier ist alles top. Es wurden beste Rahmenbedingungen geschaffen, die die Sportler regelrecht anspornen, im Wettkampf Bestleistungen zu erbringen. Am meisten beeindruckt hat mich die Mensa, in der die Sportler 24 Stunden lang, also rund um die Uhr, frisches Essen von allen Kontinenten angeboten bekommen.


Regen, Regen, Regen. Dieses Wetter haben Organisatoren und Sportler nicht verdient. In der Mensa hat sich unsere Delegation unter anderem mit Jenny Wolf, Judith Hesse und Monique Angermüller getroffen, die sich im Eisschnelllauf-Sprint gute Chancen ausrechnen. Jenny Wolf ist ja unsere Favoritin auf die Goldmedaille.
Aber mit der Favoritenrolle ist es so eine Sache. Das haben unsere Chemnitzer Starter beim Eiskunstlaufen der Paare leider sehen müssen. Fehler passieren so schnell - und schon ist der Traum vom Gold zu Ende.
So wie unsere Sportler von Medaillen träumen, hoffen wir auf Olympia 2018 in München. Da Sportler und Mannschaftsbetreuer nicht für einen möglichen künftigen Olympia-Austragungsort werben dürfen, tun das wir Politiker. Natürlich nicht aggressiv, denn wir wollen die Spiele hier in Kanada ja nicht stören - und das wäre unseren Gastgebern gegenüber auch respektlos. Doch jeder von uns trägt ein kleines Abzeichen mit dem Schriftzug "München 2018" und bringt das Gespräch mit Parlamentariern anderer Länder immer auch auf dieses Thema.
Natürlich bemühen sich unsere Kollegen aus Südkorea und Frankreich ebenfalls, werben für Spiele in ihren Ländern. Doch es gibt ganz viele Punkte, die einfach objektiv für eine Berücksichtigung Münchens sprechen.
In München hätten wir Spiele der kurzen Wege und Spiele, die im Bestand ausgetragen werden könnten. Sprich, alle für Olympia nötigen Anlagen sind vorhanden, hier und da müsste natürlich etwas nachgebessert werden. Aber es wäre kein kompletter Neubau sämtlicher Anlagen nötig. Und das wäre nicht nur kostenseitig günstig, sondern auch aus ökologischer Sicht. Damit würde man Protestkundgebungen am Rande von Olympia aus dem Weg gehen. Denn ich glaube nicht, dass die, die hier gegen Olympia protestieren, gegen den olympischen Gedanken an sich sind. Soweit ich das hier mitbekommen habe, werden Umweltzerstörungen und Kosten angeprangert. Inwieweit das gerechtfertigt ist, vermag ich nicht zu sagen. Aber eines weiß ich: Deutschland kann sportliche Wettstreits zu Top-Events für viele Nationen werden lassen. Das haben wir mit der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 bewiesen. Und so würden die Olympischen Winterspiele in München unter dem Motto stehen "Freundschaften erhalten".


