Joachim Günther Olympia-Tagebuch

14. Februar: Wir bejubeln die erste Goldmedaille für Deutschland

Freude und Leid liegen an diesem Tag eng beeinander. Das zeigt sich allein am Beispiel meines einstigen Klassenkameraden aus Syrau, den ich beim abendlichen Empfang für die deutsche Mannschaft im Deutschen Haus in Vancouver traf. Stephan Gneupel (Foto) ist einer der erfolgreichsten deutschen Eisschnelllauf-Trainer, hier in Vancouver unter anderem verantwortlich für Stephanie Beckert und Daniela Anschütz-Thoms. Während die junge Stephanie Beckert über 3000 Meter eine hervorragende Zeit lief und sich am Ende über Silber freuen konnte, erreichte Daniela Anschütz-Thomas nach packendem Rennen den undankbaren 4. Rang. Sie hatte lediglich um 3 Hundertstel Sekunden Bronze verpasst. Wahnsinn!

1. Gold für Deutschland! Leider konnten wir Felix Lochs Siegeslauf nicht live sehen, wir waren nur während des 3. Laufs am Eiskanal - später standen Gespräche mit Sponsoren auf dem Programm. Allerdings hätte schon nach dem 3. Lauf jeder auf den deutschen Doppelsieg, der Loch und David Möller später auch tatsächlich gelang, gewettet. Die beiden fuhren einfach total souverän.

Der tragische Unfall des jungen Georgiers Nodar Kumaritaschwili war jedoch allen im Stadion noch gegenwärtig. Und so hatten die kanadischen Organisatoren auch unsere Delegation zuerst an die Unglücksstelle geführt, um uns zu versichern, dass nach dem tödlichen Unfall alles getan wurde, um die Rodel- und Bobwettbewerbe sicherer zu machen. Genau wie Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB/Foto), hoffen wir, dass es zu keinen weiteren Unfällen kommen wird.

Und wir hoffen natürlich auf Wetterbesserung! Ein wenig mehr von den eisigen deutschen Temperaturen wären hier in Vancouver und Whistler total erwünscht. Schade, dass der 10-Kilometer-Sprint der Biatholon-Herren ein Startnummern-Rennen wurde, weil abwechselnder Schnee und vor allem Regen die Strecke total aufweichten. Auch ohne die Schießfehler hätten unsere deutschen Männer wohl keine realistischen Chancen auf fordere Platzierungen gehabt. Sie gingen - wettermäßig gesehen - einfach zu spät auf die Strecke.

Nicht live gesehen haben wir den Wettbewerb der Nordischen Kombinierer. Dennoch waren meine Gedanken natürlich vor allem bei Björn Kircheisen. Schade, dass er durch schwache Sprünge alle Medaillenaussichten von vornherein zunichte gemacht hat.







Vancouver 2010


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Paralympics

Vom 12. bis 21. März finden in Vancouver, im Anschluss an die Olympischen Winterspiele, die Paralympics statt. Joachim Günther gab der Paralympics Zeitung im Vorfeld ein Interview. lesen